Nachrichten Politik Olympische Legenden am Belzborn
Nachrichten | Politik
Olympische Legenden am Belzborn
Spitzensportler als Straßennamen / Baugebiet vor Erschließung

Höher, schneller, weiter – im künftigen Baugebiet Belzborn werden die olympischen Spiele Einzug halten. Der Magistrat will die neuen Straßen namhaften Olympioniken widmen. 2014 soll das 8,7 Hektar große Areal im Langener Süden nach der derzeitigen Haushaltsplanung durch Baustraßen erschlossen werden. Danach können die ersten Häuser gebaut werden.

Angeordnet wie die olympischen Ringe sollen nach dem Votum des Magistrats fünf Straßen entstehen. Sie werden – wenn die Stadtverordnetenversammlung dem Vorschlag folgt – Namen von erfolgreichen deutschen Olympiateilnehmern tragen. Der Magistrat möchte mit dieser Entscheidung die Bedeutung des Sports für die Kommune unterstreichen. Erster Stadtrat Klaus-Dieter Schneider sagt: „Langen hat in Sportlerkreisen einen guten Namen. Ich denke dabei an den TV-Basketball, den Kraftsport, aber auch an unsere Rolle beim Ironman und natürlich im Breitensport.“ Die Stadt habe bislang noch keine Sportlerinnen oder Sportler mit Straßennamen geehrt. Bisher kamen hauptsächlich Personen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur auf die Schilder.


Das Belzborn-Neubaugebiet liegt zwischen Egelsbacher- und Darmstädter Straße. Geplant sind gut 100 Reihen- und etwa 80 Einzel- und Doppelhäuser. Ein „Olympischer Weg“ soll als Nord-Süd-Achse Medaillengewinner früherer Jahrzehnte miteinander verbinden.

Die Straßenschilder mit den Sportlernamen erhalten kleine Zusatzschilder mit Lebensdaten der Olympiateilnehmer. Sie werden aufgestellt, sobald die Kanalarbeiten abgeschlossen und die Baustraßen fertig sind. Die Namen der Straßen erinnern an folgende Spitzensportler:

Der Turner Hermann Weingärtner, der dem Hermann-Weingärtner-Ring seinen Namen geben soll, nahm an den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit in Athen 1896 teil. Er war mit drei Goldmedaillen, zweimal Silber und einmal Bronze zusammen mit zwei anderen Teilnehmern, die gleichauf lagen, erfolgreichster Sportler im Wettbewerb. Einer von ihnen war der Geräteturner Alfred Flatow. Er holte Gold am Barren, Silber am Reck und wurde mit der deutschen Mannschaft Zweiter in den genannten Disziplinen. Sein Cousin Gustav Felix Flatow nahm ebenfalls am Mannschaftskampf teil. Alfred Flatow war 1903 Gründungmitglied der Jüdischen Turnerschaft, dem ersten jüdischen Sportverband in Europa. Unter den Nationalsozialisten wurde er ebenso wie sein Cousin Gustav Felix Flatow im Konzentrationslager Theresienstadt ermordet. Die Flatowstraße soll an die beiden Sportler erinnern.

In Athen startete auch das sportliche Multitalent Carl Schuhmann, der Namenspatron für den Carl-Schuhmann-Ring sein soll. Er holte Gold im Pferdsprung und zusammen mit der deutschen Riege am Barren und Reck. Darüber hinaus wurde er Sieger bei den Ringern, obwohl er mit 1,63 m kleinster Teilnehmer war.

Der Konrad-Frey-Ring würde an den gleichnamigen Kunstturner erinnern, der bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin mit drei Gold-, einer Silber- und zwei Bronzemedaillen erfolgreichster deutscher Sportler war. Konrad Frey landete mit der Anzahl seiner Auszeichnungen nur knapp hinter dem amerikanischen Medaillenwunder Jesse Owens. Rosa „Ossi“ Reichert, Namensgeberin des Rosa-Reichert-Rings, dominierte in den 50er Jahren den Skisport in der Bundesrepublik. Sie war die erste Deutsche Ski-Olympiasiegerin nach dem Zweiten Weltkrieg, als sie 1956 in Cortina d´Ampezzo den Riesenslalom der Damen gewann. Schon vier Jahre zuvor hatte sie bei den Winterspielen in Oslo eine Silbermedaille im Slalom geholt.

Helga Haase, geborene Obschernitzki, gehörte zu den Spitzensportlerinnen des DDR-Eisschnelllaufs und war die Erste, die für ihr Land einen olympischen Sieg erkämpfte. 1960 errang sie bei den Spielen in Squaw Valley Gold über 500 Meter sowie Silber über 1000 Meter. Im gleichen Jahr wurde sie Mehrkampf-Weltmeisterin. Sie steht Pate für den Helga-Haase Ring.

Inzwischen hat der Magistrat den Umlegungsplan beschlossen. Auszüge daraus werden in den nächsten Wochen den Grundstückseigentümern zugestellt. Die Erschließung könnte mit Unterstützung eines Erschließungsträgers bewerkstelligt werden, der zum Beispiel die Straßen, Entwässerungskanäle und weitere Leitungen baut und daraufhin direkt mit den Eigentümern abrechnet. Der Magistrat prüft gerade, ob dies die schnellere und wirtschaftlich günstigere Lösung ist.



rssfeed
Email Drucken Favoriten Twitter Facebook Myspace Stumbleupon Digg MR. Wong Technorati aol blogger google reddit Yahoo



 

Kommentare 

 
0 # Heidrun Rasch-Sharif 2011-10-22 19:52
wir suchen ein Grundstück zwischen Darmstadt und Frankfurt, also Weiterstadt, Wixhausen, Erzhausen, Langen, Dreieich, Neu-Isenburg, Offenbach.
"Wohin??" sprach Zeus. Antwort: Am liebsten nach Langen, in den Belzborn.
Es wird unser letztes Haus sein.
Das Grundstück muss nicht erschlossen sein, nur die Perspektive bieten, in absehbarer Zeit bebaut werden zu können. Wir sind nicht mehr ganz so jung und brauchen eh Zeit für Vorbereitungen. Auch Bauträger können sich angesprochen fühlen.
Ziel: Altersgerechtes Passiv-, oder Plusenergiehaus mit Doppelgarage und wenig Gartenarbeit, da diese im Alter immer beschwerlicher wird.
Am liebsten aber ein Grundstück, das wir selbst bebauen und danach unseren Kindern vererben können.

Mit freundlichen Grüßen
Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Schlagworte

Mit Langen-Mitte vernetzen