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Geschosswohnungen in Langen gefragt
Magistrat legt Handlungskonzept für Baugebiete vor

Mit Flächen für Häuslebauer ist Langen gut versorgt. Starken Bedarf gibt es beim Geschosswohnungsbau. Er soll in den Bebauungsplänen stärker berücksichtigt werden. Das geht aus einem Gutachten des renommierten Instituts Wohnen und Umwelt aus Darmstadt hervor, aus dem der Magistrat Konsequenzen gezogen und ein Handlungskonzept abgeleitet hat. Die detaillierte Analyse der Fachleute weist den Wohnbedarf für die kommenden Jahre aus. Demnach braucht Langen bis zum Jahr 2020 etwa 1.100 neue Wohnungen, 650 davon in Mehrfamilienhäusern.

„Auf dieser Grundlagen stellen wir mit unseren Bebauungsplänen die Weichen für die künftige Siedlungsentwicklung in Langen“, sagte Erster Stadtrat Klaus-Dieter Schneider. In den bestehenden und geplanten Neubaugebieten wie im Langener Norden, der ehemaligen amerikanischen Wohnsiedlung, im Belzborn und am Leukertsweg ist das Angebot für Eigenheime (Einfamilien, Doppel- und Reihenhäuser) mehr als ausreichend. Die dort vorgesehenen Flächen für Geschosswohnungsbau decken den prognostizierten Bedarf allerdings nur etwa zur Hälfte. Deshalb beabsichtigt der Magistrat, diese Wohnform bei der Entwicklung des Wohngebiets an der Liebigstraße und südlich der Elisabeth-Selbert-Allee stärker zu berücksichtigen.

„Es gibt deutliche Anzeichen für einen Wandel im Wohnungsbau“, erklärte Schneider. „Während zuletzt der Schwerpunkt auf den Eigenheimen lag, dürfte sich in den nächsten Jahren ein neuer Markt für hochwertiges Wohneigentum und neue Wohnformen in mehrgeschossigen Gebäuden entwickeln. Das merken wir auch durch Anfragen von Investoren für den Geschosswohnungsbau.“

Ein Modell ist das sogenannte Townhouse (aufgestocktes Reihenhaus), das über zwei Wohnungen in insgesamt vier Etagen verfügt, die über Laubengänge zugänglich sind. Mit einer Dachterrasse oben und einem Garten unten ergibt sich hochwertiges und wegen der geringen Grundfläche vergleichsweise günstiges Wohneigentum.

Diesen Trend gelte es bei der Entwicklung von Baugebieten zu berücksichtigen, betonte Schneider. Grundsätzlich seien die Bebauungspläne darauf ausgerichtet, Angebote für die verschiedenen Marktsegmente – vom Einfamilienhaus bis zum Ein-Zimmer-Appartement – zu schaffen.

Das Gutachten zum Wohnbedarf aus Feder der Darmstädter Fachleute legt nahe, dass Langen als Arbeitsstandort von der Lage im unmittelbaren Flughafenumfeld profitiert. Es gibt nicht wie früher hauptsächlich Auspendler, sondern auch viele Einpendler, die für Nachfragedruck auf dem Wohnungsmarkt sorgen und zu steigenden Bevölkerungszahlen beitragen. Die Analyse des Instituts weist einen Bedarf nach Marktsegmenten von 25 Prozent für Eigenheime und von 75 Prozent für Geschosswohnungsbau (Eigentums-und Mietwohnungen) aus.

Die Zahl der Sozialwohnungen geht bis 2020 um ein Viertel zurück, lautet ein weiteres Ergebnis. Grund hierfür ist, dass für einen Teil der durch Gelder der öffentlichen Hand geförderten Wohnungen die Frist für die Zweckbestimmung ausläuft. Falls nicht gegengesteuert wird, dürfte sich der Engpass bei günstigen kleinen Wohnungen für Ein- bis Zweipersonenhaushalte noch vergrößern. Deren Zahl nimmt durch den Trend der höheren Lebenserwartung und individueller Lebensstile zu, während sie bei den Drei- und Vier-Personen-Haushalten stagniert. Kleinere Haushalte bedeuten aber nicht automatisch kleinere Wohnungen.

Im Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr ist das Handlungskonzept für den Wohnungsbau Thema am 29. Februar, die Stadtverordnetenversammlung berät darüber in ihrer Sitzung am 22. März.




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