| Mit Tempo 100 auf der Südlichen geblitzt - doch nur die allerwenigsten fahren zu schnell |
Wer zu schnell fährt, bringt andere in Gefahr. Zwar hält sich in Langen der allergrößte Teil der Verkehrsteilnehmer an die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Schwarze Schafe gibt es aber dennoch. Das macht regelmäßig die Statistik des städtischen Fachdienstes Öffentliche Sicherheit und Ordnung deutlich. Im vorigen Jahr wurden 7.443 Fahrzeuge geblitzt, weil die Fahrer stärker als erlaubt aufs Gaspedal traten. Gegenüber 2010 (3.967) ist das ein sehr deutlicher Anstieg, der darin begründet liegt, dass die Ordnungspolizei häufiger gemessen hat und besser ausgestattet war.
„Wir hatten 2010 unter anderem krankheitsbedingt personelle Engpässe und auch mit der Technik haperte es“, erklärte Erster Stadtrat Klaus-Dieter Schneider. „2011 konnten wir uns wieder im gewohnten Umfang um die mobilen Messungen kümmern.“ Bei ihnen kletterte die Zahl der Geschwindigkeitsüberschreitungen von 2.521 auf 6.495. Die Kameras in den Starenkästen an der Südlichen Ringstraße klickten hingegen weniger oft: 948-mal im Vergleich zu 1.446-mal im Vorjahr.
Prozentual ist die Menge der Temposünder verschwindend gering. Von den insgesamt 1,2 Millionen gemessenen Fahrzeugen waren nur 0,62 Prozent mit zu hohem Tempo unterwegs. Die meisten (4.251) um etwa zehn Stundenkilometer. 3.129 Fahrzeuge fuhren zwischen elf und 20 Kilometer pro Stunde zu schnell und 63 gaben noch mehr Gas. Dafür kassierten sie Bußgeldbescheide sowie Punkte in Flensburg.
Eine saftige Quittung bekam der „Spitzenreiter“ unter den Rasern. Für Tempo 117 auf der Prinzessin-Margaret-Allee Richtung Egelsbach – erlaubt ist eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h – gab’s drei Punkte in Flensburg, 160 Euro Bußgeld und einen Monat Fahrverbot. Auf der Südlichen Ringstraße stadteinwärts (50 km/h) lag der Rekord bei 98 Stundenkilometern. Das bedeutete sogar vier Punkte, 200 Euro Bußgeld und einen Monat Fahrverbot. Noch härter traf es den Lenker eines Fahrzeugs, das auf der Dieburger Straße stadtauswärts mit 81 Stundenkilometern durch die Tempo-30-Zone donnerte. Folge waren vier Punkte, 280 Euro Bußgeld und zwei Monate Fahrverbot.
Ins Visier genommen hat die Ordnungspolizei auch wieder die Falschparker. Die Zahl der verteilten Knöllchen stieg von 11.536 auf 12.837. Dafür gab es wesentlich weniger Gurtmuffel (29 statt 107) und auch das Telefonieren beim Fahren mit Handy am Ohr ist offenbar nicht mehr so populär. Erwischt wurden 14 Personen statt 33 im Vorjahr.
Die Einnahmen der Stadt aus der Verkehrsüberwachung beliefen sich auf knapp 220.000 Euro. Geld wird damit aber nicht verdient. „Die Einnahmen decken noch nicht einmal die Personal- und Wartungskoten“, erklärte Erster Stadtrat Klaus-Dieter Schneider. Was allein zähle, sei die abschreckende Wirkung. Geblitzt werde, um die Verkehrssicherheit auf Langens Straßen zu gewährleisten. „Wir stehen deshalb bevorzugt an Kindergärten, Schulen und in Tempo-30-Zonen.“ Die Bußgelder, die ab einem Betrag von 40 Euro anfallen, gehen im Übrigen bis auf einen Verwaltungskostenanteil an das Land Hessen und nicht an die Stadt
Im laufenden Jahr soll das fest installierte Radarmessgerät, das mehrere Jahre an der Mörfelder Landstraße den Verkehr überwachte, einen neuen Standort erhalten. Dank der Straßenumgestaltung am Stadteingang ist es nicht mehr nötig, dort die Geschwindigkeit zu kontrollieren, da der neu geschaffene Kreisel die Fahrzeuge zum Abbremsen zwingt. Der Starenkasten soll künftig auf der Fahrgasse in der Altstadt die Autofahrer daran erinnern, schneller als Tempo 30 zu fahren. Wegen der engen Straße sind dort mobile Messungen kaum möglich.
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