Nachrichten Panorama Langen trauert um Karl Weber
Langen trauert um Karl Weber
Langjähriger Kommunalpolitiker mit 79 Jahren verstorben

Nach schwerer Krankheit ist am Montag dieser Woche der langjährige Stadtverordnetenvorsteher und Ehrenstadtrat Karl Weber gestorben. Die Nachricht löste im Magistrat, dem Weber bis zum vorigen November als ehrenamtlicher Stadtrat angehörte, große Betroffenheit aus. 43 Jahre hatte er das politische Geschehen in Langen maßgeblich mitgestaltet. Im August wäre er 80 Jahre alt geworden. „Wir verlieren einen engagierten Kommunalpolitiker, der über alle Parteigrenzen hinweg eine hohe Anerkennung genoss“, sagte Bürgermeister Frieder Gebhardt. Die Stadt Langen habe Karl Weber viel zu verdanken.

Karl Weber – hier bei einer Lesung in der Stadtbücherei – engagierte sich auf vielen Feldern für seine Heimatstadt Langen. Foto: Sorger/Stadt LangenDafür wurde der Sozialdemokrat zu Recht mehrfach ausgezeichnet. Er erhielt den Ehrenbrief des Landes Hessen, die silberne Ehrenplakette der Stadt und die Ehrenplakette in Gold. Kommunalpolitiker war Karl Weber mit Leib und Seele. Begonnen hatte er 1968 als Stadtverordneter. In dem Mandat sah er eine gute Chance, die Entwicklung seiner Heimatstadt mit ganzem Einsatz mitzugestalten. Auch als Ausschussvorsitzender, als SPDFraktionsvorsitzender und als Mitglied des Kreistags hat er den Weg Langens in die Zukunft begleitet und dafür unzählige Stunden an Freizeit investiert. Gleiches gilt für seine Tätigkeit im Aufsichtsrat der Langener Stadtwerke und in den Gremien der Sparkasse Langen-Seligenstadt. Mehr als ein Jahrzehnt leitete er zudem die Geschicke des Langener DRK-Ortsvereins.

Karl Weber war unbestritten eine herausragende Persönlichkeit. Die örtliche SPD ernannte ihn zu ihrem Ehrenvorsitzenden. Von 1989 bis 2001 leitete er in seiner unnachahmlichen Art die Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung. Dabei sparte er an passender Stelle nicht mit seinem Humor, konnte umgekehrt aber auch mit deutlichen Worten seine Meinung vertreten. Stets hatte er die Sorgen, Nöte und Wünsche der Einwohnerinnen und Einwohner im Blick. Eine besondere Herzensangelegenheit war ihm das gute Zusammenleben mit der ausländischen Bevölkerung. Er war ein großer Fürsprecher, wenn es um Fragen der Integration ging. Besondere Verdienste erwarb er sich um die Partnerschaft mit der türkischen Stadt Tarsus. Anlässlich seines 60. Geburtstags warb er um Spenden für eine dortige Grundschule, deren Bau dadurch ermöglicht wurde. Eine wesentliche Entscheidung zur Langener Stadtentwicklung – die Ansiedlung des Paul-Ehrlich-Instituts und der Deutschen Flugsicherung im Neurott – wurde von ihm initiiert und vorangetrieben.

Auf die Welt kam Karl Weber am 6. August 1932 in Mylau im Vogtland (ehemals DDR). Nach dem Abitur floh er in den Westen. Beruflich machte er sich einen Namen als Geschäftsführer der Hessischen Flugplatz GmbH Egelsbach. 25 Jahre, bis zu seiner Pensionierung, blieb er Chef des verkehrsreichsten Airports der allgemeinen Luftfahrt in Deutschland. Karl Weber hinterlässt seine Ehefrau Elsbeth und seinen Sohn Frank, der in die Fußstapfen seines Vaters trat und seit längerem ebenfalls als Stadtverordneter in der Langener Kommunalpolitik mitmischt.




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