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Gemeinsam kreativ betätigen
Bei der Langener Kunstwoche ist Integration fester Bestandteil

Es sind kleine und große Werke, die beim Aquarellmalereikurs im Langener Jugendzentrum während der Kunstwoche entstehen: weite Farbflächen, witzige Kollagen und ein „Monsterspinnen-Alien“ mit auswechselbaren Köpfen. Ob einer der Kreativen, der hinter diesen Werken steckt, ein Autist ist, das Down-Syndrom hat oder nichts von alledem - das ist hier nicht so wichtig.

Zur Langener Kunstwoche, veranstaltet von der Volkshochschule und der Koordinationsstelle Jugendarbeit, gehören seit zwei Jahren Kinder mit geistigen Beeinträchtigungen selbstverständlich dazu. Sechs- bis Zwölfjährige lernen in den Ferien an verschiedenen Orten in der Stadt kreative Ausdrucksformen kennen. Angeleitet werden sie von Künstlerinnern und Künstlern aus der Region. Mittags gibt es ein gemeinsames Essen im Jugendzentrum, nachmittags können sich die Teilnehmer sportlich austoben.

Von den 33 Kindern, die in diesem Winter mitmachten, benötigen vier eine besondere Betreuung und besuchen gemeinsam den Aquarellkurs. Der Langener Künstler Richard William leitet den Kurs und findet seine Gruppe großartig. „Die Kinder beeinflussen sich gegenseitig. Sie lernen auch geduldig miteinander umzugehen.“ Besonders beeindruckt ist Williams von den kreativen Ergebnissen. Einige Talente will er sogar weiter fördern, für Ausstellungen und Wettbewerbe fit machen.

Gemeinsam macht Kunst Spaß. Richard Williams (links) betreut eine integrative Aquarellmalgruppe während der Kunstwoche. Foto: Schmidt/Stadt Langen
Gesine Joachim, Leiterin der Koordinationsstelle Jugendarbeit, sagt über das integrative Konzept der Kunstwoche: „Alle Kinder sollen die Möglichkeit haben, in den Ferien etwas zu erleben.“ Gerade im Bereich Kunst könne man sehr gut integrativ arbeiten. Es gehe nicht so sehr um Ergebnisse, sondern um den Schaffensprozess. Die integrative Arbeit ist dank einer Kooperation des Jugendzentrums und der Behindertenhilfe in Stadt und Kreis Offenbach möglich. Diese stellt einen Fahrdienst und mehrere Betreuer. Andrea Gold leitet die Gruppenkoordination des Ambulanten Dienstes der Behindertenhilfe. Über das Projekt sagt sie: „Wir schauen nach Kindern, die gut in die Gruppen hineinpassen. Für sie ist der Umgang mit Teilnehmern ohne Beeinträchtigung eine wichtige Erfahrung.“

Die guten Erfahrungen aus der Kunstwoche könnten in Langen Schule machen. Gesine Joachim will die Kinder- und Jugendarbeit stärker integrativ ausrichten. „Wir möchten für mehr Akzeptanz der integrativen Angebote werben und zeigen, welche Vorteile sie für alle beteiligten Kinder bieten. Zugleich wollen wir erreichen, dass mehr Jungen und Mädchen mit Beeinträchtigungen diese nutzen.“ Ein nächster Anlauf ist das Tut-Klong-La Musikcamp an Ostern, das für alle Kinder offen steht.




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Geschrieben von: Redaktion am Sonntag, den 15. Januar 2012 um 12:19 Uhr   
Aktualisiert ( Freitag, den 20. Januar 2012 um 12:29 Uhr )  

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