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| Deutlicher Anstieg bei Entwässerungsgebühren |
Für die Entwässerung müssen die Langenerinnen und Langener vom neuen Jahr an tiefer in die Tasche greifen. Nach einer Kalkulation der Kommunalen Betriebe (KBL) sollen die Schmutzwasser- und Regenwassergebühren um insgesamt rund 15 Prozent steigen. „Anders können wir die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Kostendeckung nicht erzielen“, sagt KBL-Betriebsleiter Manfred Pusdrowski. Mit der vorgesehenen Gebührenanhebung, die letzte liegt drei Jahre zurück, befasst sich der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag, 10. November. Beschlossen werden soll sie von der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 1. Dezember.
Beim Schmutzwasser ist der Frischwasserverbrauch und beim Niederschlagswasser die versiegelte Grundstücksfläche der Gebührenmaßstab. Grund für den deutlichen Anstieg sind mehrere Faktoren. Zu ihnen zählt die Kontrolle privater Abwasserleitungen, wie sie eine Neuregelung im hessischen Wassergesetz vorsieht, um das Grundwasser vor Verunreinigungen zu schützen. Die Kommunalen Betriebe haben darüber auf der IGEVA und Anfang Oktober in einer Bürgerversammlung informiert. Sie werden in den kommenden Jahren die Hausanschlüsse auf Risse und Löcher untersuchen und die Kosten dafür in die Entwässerungsgebühr einbeziehen. In Summe macht dies einen Anstieg von vier Prozent aus.
Um den gleichen Wert schlägt der Rückgang der Schmutzwassermenge zu Buche. Da immer mehr Frischwasser für die Gartenbewässerung oder von Unternehmen für die Produktion verwendet wird und damit nicht gebührenrelevant ist, sind die Einnahmen gesunken. Inzwischen beträgt die Differenz zwischen den von den Stadtwerken abgerechneten Frischwassermengen (2010: 1,95 Millionen Kubikmeter) und den veranlagten Schmutzwassermengen bereits 150.000 Kubikmeter.
Auswirkungen haben neben allgemeinen Kostensteigerungen zudem die höheren Umlagen des Abwasserverbandes für die Reinigungsleistungen in der Kläranlage. Darüber hinaus müssen die Kommunalen Betriebe für den Zeitraum von 2009 bis 2011 eine Gebührenunterdeckung ausgleichen, die ebenfalls zu Mehrkosten führt.
Die aktuelle Kalkulation sieht ab 1. Januar eine Erhöhung der Schmutzwassergebühr von derzeit 2,39 Euro um 44 Cent (18,4 Prozent) auf 2,83 Euro je Kubikmeter Frischwasserverbrauch vor. Die Niederschlagswassergebühr steigt von 8,43 Euro um 23 Cent (2,8 Prozent) auf 8,66 Euro je zehn Quadratmeter versiegelte Fläche. Für einen Vier-Personen-Musterhaushalt in einem Reihenhaus mit 150 Kubikmeter Frischwasserverbrauch und 120 Quadratmeter versiegelte Fläche bedeutet dies zusätzliche Kosten von knapp 70 Euro im Jahr.
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