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| Transparenz bei Töchtern und Enkeln der Stadt Langen (Hessen) |
Langen hat seine Unternehmensbeteiligungen gut im Griff. Der Hessische Rechnungshof attestiert der Stadt eine sachgerechte Steuerung und Kontrolle. Ihre wirtschaftliche Betätigung entspreche den Grundsätzen der Rechtmäßigkeit, Sachgerechtheit und Wirtschaftlichkeit. Unter die Lupe genommen und miteinander verglichen hatte der Rechnungshof die Beteiligungen von zwölf Kommunen, darunter neben Langen beispielsweise Neu-Isenburg, Dietzenbach und Rodgau. Die renommiere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young legte nun den Abschlussbericht vor.
„Aus ihm wird deutlich, dass wir unsere Steuerungsinstrumente sogar noch stärker wahrnehmen als andere Städte“, sagte Bürgermeister Frieder Gebhardt. Trotz der hohen Komplexität der Beteiligungsstrukturen schaffe die Stadt mit differenzierten Wirtschaftsplänen, Jahresabschlüssen, Lageberichten und einem einheitlichen Berichtswesen die notwendige Transparenz, zitierte Gebhardt eine Kernaussage der Prüfer. Für den Verwaltungschef ist dies ein eindeutiges Indiz für die hohe Qualität der Informationen aus den Unternehmen und der Beteiligungsverwaltung, die im Rathaus in der Verantwortung von Uwe Daneke liegt, dem Leiter des Fachbereichs Zentrale Funktionen und Interne Dienste.
Wie zahlreiche andere Kommunen auch, hat die Stadt Langen ihre Infrastrukturaufgaben weitgehend in Beteiligungen ausgegliedert. Dazu wurde eine mehrstufige Konzernstruktur etabliert, an deren Spitze mit der Beteiligungsmanagement Langen GmbH (BML) eine vermögensverwaltende Einheit steht. Zu den Hauptzielen gehört die Begrenzung der steuerlichen Belastungen und die optimierte betriebswirtschaftliche Steuerung.
Als „wichtigste operative Einheit“ unter den knapp 20 Beteiligungsunternehmen nennt der Prüfbericht die Stadtwerke. Weitere Töchter und Enkel sind zum Beispiel die Bäder- und Hallenmanagement Langen GmbH, die Kommunalen Betriebe und die Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH.
Langen lag mit seinem geprüften Beteiligungsvolumen von fast 100 Millionen Euro im Vergleich mit den anderen Kommunen deutlich über dem Mittelwert von 50 Millionen Euro. Außerdem wies die Stadt das mit Abstand höchste anteilige Eigenkapital (91 Millionen Euro) auf.
Die Wirtschaftspläne der Beteiligungen waren laut Abschlussbericht fundiert, umfassend und aussagekräftig. Die Prüfer sahen keine Anhaltspunkte, dass Potenziale zur Ergebnisverbesserung nicht ausgeschöpft wurden.
Beim Vergleich der Wirtschaftskraft und Leistungsfähigkeit der geprüften Städte hat Langen – bezogen auf das Jahr 2008 – die Nase vorn. Die Stadt erreichte das mit Abstand höchste Jahresergebnis je Einwohner. Es machte beinahe das Fünffache des Mittelwertes aus. Mit Ausnahme des Verschuldungsgrads lagen alle Kennzahlen für Langen über dem Mittelwert.
Empfohlen haben die Prüfer der Stadt eine Beteiligungsrichtlinie. Sie soll einen verbindlichen Regelungsrahmen für die Kommune und ihre Beteiligungen liefern und ein Gesamtberichtswesen auf einer einheitlichen Plattform für den Konzern Stadt schaffen. Wie Uwe Daneke betonte, „rennen die Prüfer damit bei uns offene Türen ein, denn Beteiligungsmanagement und Beteiligungsunternehmen haben bereits entsprechende Vorarbeiten eingeleitet“.
Wer sich den Bericht über die 147. vergleichende Prüfung „Betätigung von Städten“ anschauen möchte, findet ihn im Internet unter www.langen.de.
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